Offener Brief an Regierungsrätin Stephanie Eymann

Sehr geehrte Frau Eymann,
es ist #14Juni 2022,  Feministischer Streik / Frauenstreik. In vielen Schweizer Städten finden Grossdemonstrationen statt, auch in Basel.

Die Vorfreude ist gross, die Demonstration bewilligt. Tausende von Menschen besammeln sich auf dem Theaterplatz. Junge, Alte, Kinder und Jugendliche. Wir sind viele, wir sind bunt und wir sind «hässig». Denn noch immer sind unsere Forderungen unerfüllt: Lohn, Zeit und Respekt scheinen zu viel verlangt.

Kurz nach 18 Uhr startet der Demonstrationszug Richtung Bankenplatz. Ein Grossaufgebot an Polizei, in voller Montur, schwarz behelmt erwartet uns am Strassenrand, UBS und Credit Suisse beschützend.

Wir glauben uns im falschen Film. Und richtig, wir werden tatsächlich von der Polizei gefilmt. Gefilmt an einer friedlichen Demonstration. Artikel 17 des Gesetzes über Information und Datenschutz muss anders gedacht und interpretiert werden, anders ist das alles nicht zu verstehen.

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Achtsamkeit an der Demo vom 14. Juni 2022

Awareness-Telefon für die Demo: 076 632 05 16

–> Melde dich auf dieser Nummer, wenn du eine Grenzüberschreitung an der Demo erlebst.

Der Feministische Streik / Frauenstreik Basel wünscht sich eine Demonstration, bei der alle Teilnehmenden sich bestärkt fühlen, sich sicher fühlen und aufeinander Acht geben. Deshalb teilen wir hier, wie wir miteinander umgehen wollen.

Alle Menschen, die für ihre Vision eines queer-feministischen Basel auf die Strasse gehen möchten, sind herzlich willkommen an der Demo teilzunehmen.

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Feministischer Streik 14. Juni 2022

💜🔥 AM 14. JUNI STREIKEN WIR!💜🔥 

Demostart der bewilligten queer-feministischen Demo: 18:00 Uhr auf dem Theaterplatz

Wir erarbeiten gerade ein Awareness-Konzept, das du ab dem 25. Mai auf unserer Website findest. Die Demo ist bewilligt, es empfiehlt sich aber wie immer in Bezugsgruppen zu erscheinen.

Wir freuen uns mit euch gemeinsam durch die Strassen zu ziehen und den 14. Juni feministisch und lautstark zelebrieren!

Auch für eine Demo-Organisation braucht es Arbeit, wir sind froh, wenn du rasch einen Blick in unsere Helfer*innen-List wirfst: https://schichtplan.immerda.ch/plans/show/0b947f15e4193fe4a6404d8d795dfe7bce47e28b Dort findest du kleine Aufgaben, die uns sehr unterstützen. Leite diese Info auch gerne an Freund*innen weiter, herzlichen Dank!

Wenn es Menschen gibt, die gerne eine queer-feministische Rede halten wollen während der Demo, würden wir uns sehr darüber freuen. Bitte beachte dazu auch unseren Leitfaden für Reden im Anhang. Bei Interesse melde dich unter: 

Feministischer Streik 2020: Busse erfolgte zu Unrecht

Das Strafgericht Basel hat heute in einem ersten Fall entschieden, dass die Ausstellung der Busse am 14. Juni 2020 zu Unrecht erfolgt ist. Damit bestätigt das Gericht juristisch im wesentlichen, was das Streikkomitee bereits zwei Jahre zuvor in seiner Petition “Keine Kriminalisierung am feministischen Streiktag” politisch forderte.

14. Juni 2020 – eingekesselte Demonstration auf der Johanniterbrücke.

Am 14. Juni 2020 organisierten Menschen an verschiendenen Orten der Stadt Platzkundgebungen. Unter dem Slogan “Fraulenzen und Queerstellen” versammelten sich zahlreiche Frauen, und genderqueere Menschen. Nach den Kundgebungen wurde eine Vielzahl von Teilnehmenden auf deren Heimweg von der Kantonspolizei auf der Johanniterbrücke eingekesselt.

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Wir brauchen DICH! 💥

Das Crowdfunding für das Feministische Wochenende ist in der Hälfte angelangt und zum Stillstand gekommen. Es hat ganz viele Interessierte noch nicht erreicht! 📢💪💜📢

Unterstützt du die feministischen Kollektive der Schweiz? Für unser schweizweites Vernetzungstreffen haben wir ein Crowdfunding am Laufen.
https://wemakeit.com/projects/feminist-weekend-2022

Unterstütze uns auch, indem du den Link zu unserem Crowdfunding an Interessierte weiterleitest.

Auf den 8. März – Statement des „Feministischen Anti-Kriegs-Widerstands“, Russland:

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Nun, liebe Mitstreiter*innen, Putin soll den russischen Frauen zum 8. März gratuliert haben: «Ich werde mein Vaterland mit Wort, Feder und Schwert verteidigen – solange ich lebe», zitierte der Präsident die Imperatorin Katharina die Grosse.

Wer sind wir, dass wir uns den Befehlen von Vladimir Vladimirovič [Putin] persönlich widersetzen? Lasst uns unser Vaterland gegen unseren Diktator-Präsidenten und seine gefakte, unrechtmäßige Regierung verteidigen. Es ist nicht wichtig, ob ihr hier seid oder ausgereist seid, so oder so gibt es sehr viel, was wir tun können.

Verteidigen wir unser Land vor Isolation, Armut, Zerstörung und Gewalt – denn genau das bringt ein Angriffskrieg in unser Leben. Lasst uns weiterhin Texte schreiben, Flugblätter ankleben, zu Kundgebungen gehen, uns selbst organisieren: wir können das alles, wir sind es gewohnt, uns gegen geschlechterspezifische Gewalt zu wehren. Jetzt müssen wir unsere Fähigkeiten für den Widerstand gegen die staatliche Gewalt einsetzen (alle Formen von Gewalt hängen zusammen, das ist ein Kreislauf). Wir wollen unsere Zukunft verteidigen. Krieg ist immer ein Rückschritt für die Menschenrechte, und für Frauen birgt der Krieg immer das zusätzliche Risiko von sexualisierter Gewalt. Vergewaltigung im Krieg ist eine der Strategien von Aggression und Aneignung. Wenn wir „Nein» zum Krieg sagen, sagen wir „Ja» zu: Gleichheit, Praktiken der Solidarität und der gegenseitigen Unterstützung, guter Nachbarschaftlichkeit, Respekt für andere Identitäten. Unser Land wird von nicht ablösbaren Männern regiert, die die Macht an sich gerissen haben. Sie scheitern. Es ist an der Zeit, der Empfehlung unseres Präsidenten zu folgen und Russland vor ihm selbst zu schützen. Auf den 8. März! Kommt heute zu Aktionen. ***

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Ну что ж, дорогие соратни_цы, тут, говорят, Путин поздравил российских женщин с 8 марта.«Я буду защищать мою родину и языком, и пером, и мечом — пока у меня хватит жизни», — процитировал президент императрицу Екатерину Вторую. Кто мы такие, чтобы ослушаться указаний самого Владимира Владимировича? Давайте же защищать нашу Родину от нашего президента-диктатора и от его липового нелегитимного правительства. Не важно, тут вы или уехали, сделать можно все равно очень многое. Давайте защищать нашу страну от изоляции, нищеты, разрухи и насилия, — а ведь именно это несёт в нашу жизнь захватническая война. Давайте продолжим писать тексты, клеить листовки, выходить на акции, самоорганизовываться: мы всё это умеем, мы привыкли противостоять гендерному насилию, а теперь нам нужно направить наши навыки противостояния на насилие государственное (все виды насилия связаны, это круговорот). Мы хотим защитить наше будущее. Война — это всегда шаг назад для прав человека, а для женщин война ещё и несёт дополнительные риски сексуализированного насилия. Изнасилования на войне — это одна из захватнических и присваивающих стратегий. Говоря «нет» войне, мы говорим «да»: равенству, практикам солидарности и взаимопомощи, добрососедству, уважению чужой идентичности. Нашей страной управляют бессменные мужчины, узурпировавшие власть. Они не справляются. Пора последовать рекомендации нашего президента и защитить Россию от него самого. С 8 марта! Приходите сегодня на акции.

SAVE-THE-DATE: DEMO zum Feministischen Streiktag am 14. Juni 2022.

Auch 2022 nehmen wir uns wieder die Strasse, um unsere Forderungen zu stellen und dem patriarchalen System so richtig einzuheizen! Sei auch du mit dabei! Infos folgen, eine Bewilligung für die Demonstration wird eingeholt. Die Demo ist offen für alle Geschlechter.



Wenn du uns am 14. Juni unterstützen möchtest, hast du folgende Möglichkeiten:

  1. Während wir auf die Strasse gehen, muss trotzdem Fürsorge-Arbeit geleistet, geputzt, betreut und gekocht werden. Gibt es in deinem Umfeld TINFA-Menschen (trans, intergeschlechtlechtliche, non-binäre Menschen, Frauen und Agender Personen), denen du solche Arbeiten abnehmen kannst? Bist du in einem Unternehmen und kannst es TINFA-Personen erleichtern, am Streik teilzunehmen? Frage TINFA-Personen in deinem Umfeld, welche Art von Unterstützung sie sich wünschen und mache dies zu deiner ersten Priorität.
  2. Auch in der Organisation des Streiktags fallen viele Arbeiten an, bei denen du uns unterstützen kannst, wie Kinderbetreuung, Verpflegung, u.v.m. Wenn du dir vorstellen kannst, uns so zu unterstützen, melde dich bei: .
  3. Wenn du dich mit diesen Möglichkeiten auseinandergesetzt hast und dich zusätzlich beteiligen möchtest und/oder, wenn du TINFA-Personen kennst, die möchten, dass du sie
    begleitest, bist du auch zum Protestmarsch eingeladen. Wir bitten dich allerdings, dich solidarisch im Hintergrund zu halten und physisch und verbal wenig Raum einzunehmen. TINFA-Personen sollten die Demonstration weiterhin sichtbar dominieren. Wir freuen uns, wenn du auch deine cis-männlichen Freunde darauf sensibilisierst.
  4. Unterstütze uns finanziell. Feministische Arbeit braucht Zeit UND Geld – DANKE!
    Feministischer Streik / Frauenstreik Basel
    Konto-Nr 15-200577-6
    IBAN: CH52 0900 0000 1520 0577 6
    BIC POFICHBEXXX

Der 14. Juni ist primär ein Tag für TINFA-Menschen[2]. Diese sind in unserer patriarchalen Gesellschaft strukturell von Sexismus betroffen. Zahlen zu Gewalt und Lohnungleichheit sprechen eine klare Sprache.[3] Das heisst nicht, dass Cis-Männer nicht auch unter dem Patriarchat leiden, oder in bestimmten Bereichen als Männer diskriminiert werden können. Felder wie Politik oder Wirtschaft, die in der Schweiz am meisten mit Macht und Ressourcen ausgestattet sind, sind aber nach wie vor mehrheitlich cis-männlich dominiert. Deshalb betrifft Sexismus, also die strukturelle Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, primär TINFA-Menschen.

In der Vergangenheit wurden TINFA-Personen in politischen Bewegungen oft an den Rand gedrängt. Unabhängig von ihrer Intention beanspruchen Cis-Männer wegen ihrer Sozialisierung und ihrer Wahrnehmung durch die Gesellschaft Raum und Wahrheit mehrheitlich anders für sich, als dies TINFA-Personen tun. Sie können TINFA-Personen deshalb zur Seite drängen, ohne dass sie es merken (bspw. durch sog. «mansplaining»). Wir bitten dich deshalb, selbstkritisch deine Abwehrreaktionen zu hinterfragen, die du vielleicht gegen unser politisches Vorgehen hast. Vertraue darauf, dass wir uns tagtäglich intensiv mit feministischen Debatten befassen und gute Gründe dafür haben, uns an diesem Tag auf uns zu konzentrieren.
Wir danken dir für deine Unterstützung und freuen uns auf einen solidarischen Streiktag!


[1] Cis-Menschen sind Menschen, deren Geschlechtsidentität dem Geschlecht entspricht, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde.
[2] Trans, inter, non-binäre Menschen und Frauen
[3] Nach der Ökonomin Mascha-Madörin erhalten Frauen im Jahr 108 Milliarden Franken weniger Einkommen, rechnet man bezahlte und unbezahlte Arbeit zusammen. Nach dem eidg. Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann waren 2009–2018 74,7 % der Menschen, die durch häusliche Gewalt gestorben sind, Frauen (Non-binäre Menschen werden in diesen Statistiken oft noch nicht erfasst).