Letzte Woche standen wir noch fassungslos vor einem Entscheid, der unser Leben weniger wert schien als Schafe und Wein. Heute zeigt sich: Gemeinsamer Druck wirkt. Der Nationalrat hat seinen skandalösen Beschluss korrigiert und die dringend benötigten Gelder zur Bekämpfung von Gewalt an Frauen und genderqueeren Menschen doch noch gesprochen.
500’000 Menschen haben in kürzester Zeit klar gemacht, dass wir nicht bereit sind, Feminizide, häusliche Gewalt und politische Ignoranz weiter hinzunehmen. Dieser Erfolg gehört all jenen, die unterschrieben, geteilt, laut geworden sind. Er zeigt, dass es unsere Stimmen sind, die Bewegung schaffen.
Aber feiern können wir trotzdem nicht. Dieses Jahr wurden bereits 27 Frauen in der Schweiz ermordet. Zehntausende erleben Gewalt in den eigenen vier Wänden. Die Schweiz tut nach wie vor viel zu wenig, um uns wirksam zu schützen. Was wir gestern erreicht haben, ist kein Schlussstrich sondern ein Anfang.
Wir fordern: echte Prioritäten, verbindliche Massnahmen, ausreichende Mittel und politischen Willen. Gewalt an Frauen und genderqueeren Menschen ist kein Randproblem. Es ist eine Frage von Leben und Tod.
Wir bleiben dran. Wir bleiben laut. Und wir lassen nicht zu, dass unsere Sicherheit je wieder zur Verhandlungsmasse wird. Schliesse dich uns oder anderen (queer)feministischen Gruppen an, um gemeinsam für eine Zukunft zu kämpfen.
